Die Tempelanlage Borobudur liegt nordwestlich von Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien und am Fuße des Vulkans Merapi. Sie ist eines der größten buddhistischen Baudenkmäler der Welt und zugleich Indonesiens meistbesuchte Touristenattraktion. Dabei ist Borobudur nicht nur ein religiöses Denkmal, sondern auch eine wichtige Quelle der javanischen Geschichte. Über ein halbes Tausend Buddha-Figuren, 72 Stupas und etwa 5 Kilometer lange Reliefs ziehen sich an den Wänden der Stufen entlang.

Bis vor 200 Jahren war Borobudur, erbaut zwischen 775 und 842 n. Chr. während der Sailendra-Dynastie, noch unter einer dicken Lavaschicht begraben, zugewuchert mitten im Dschungel. Nach dem Fall des hinduistischen Königreichs Mataram im Jahr 912 n. Chr. und dem immer stärkeren muslimischen Einfluss verlor Borobudur zunehmend an Bedeutung. Als schließlich im Jahr 1006 und noch einmal im Jahr 1548 eine Vulkankatastrophe kam, geriet das gigantische Bauwerk bei den javanischen Einwohnern bald völlig in Vergessenheit.

Borobudur

Im Jahr 1814 während der Regierungszeit von Sir Thomas Stamford Raffles – dem damaligen englischen Gouverneur in Java – wurde Borobudur wiederentdeckt. In der Folgezeit gab es einige Restaurierungsversuche, zum Beispiel 1907 bis 1911 durch die holländische Kolonialmacht. Erst mit einem umfangreichen Restaurierungsprojekt von 1975 bis 1983 konnte die indonesische Regierung mit Unterstützung der UNESCO, von 27 Ländern sowie zahlreichen privaten Unternehmern den früheren Glanz von Borobudur wiederherstellen.

Die Rettungsaktion für Borobudur als eines der größten archäologischen Projekte weltweit hat mich bei der Namensfindung für mein Restaurant und beim Dekorieren des Gastraums inspiriert. Die Relief-Replikas aus weißem Sand sind reine indonesische Handarbeit. Meine Briefmarken- und Postkartensammlung mit Borobudur-Motiven unter anderem aus Indonesien, Frankreich, Laos, Korea, Japan, Marokko und Holland stelle ich hier aus. Sie erschienen in den jeweiligen Ländern als Sonderedition zur Unterstützung des Restaurierungsprojekts. Besonders interessant sind die alten Zeitungsartikel mit Abbildungen originaler Holzstiche aus dem Jahr 1867 gleich am Eingang in meiner Gaststätte. Sie erzählen in deutscher Sprache über den Borobudur-Tempel.

Lassen Sie sich von mir auf die Reise nach Borobudur entführen! Und falls Sie die kolossale Pyramide noch nicht mit eigenen Augen gesehen haben, werden Sie das Weltkulturerbe Borobudur hoffentlich bald selbst besichtigen.